In dem heutigen Artikel stelle ich dir eines meiner anderen Projekte vor, das ich grade gestartet habe. Es geht um einen Online-Video-Kurs zum Thema Daytrading, mit entsprechendem YoutTube Kanal, passend zum Buch.

Grundsätzlich sind Online-Kurse eine tolle Möglichkeit, für dich zu werben oder um sie direkt zu verkaufen auf Plattformen wie Udemy. Die Inhalte sind einmalig erstellt und können dann langfristig dir ein passives Einkommen bringen.

Dieser Artikel wird aus mehreren Teilen bestehen, im ersten geht es darum wie ich die Aufnahmen und Videos erstelle. Später gehe ich dann auf die Technik und Vermarktung ein. Kleine Warnung Vorweg, ich bin kein Experte, ich probiere das auch grade erst aus und über Feedback oder Verbesserungsmöglichkeiten freue ich mich.

Inhalte für den Online-Kurs erstellen

Angefangen habe ich einfach mit einer Google Präsentation, kostenlos, immer online verfügbar und ich kann auf allen meinen Geräten dran arbeiten. Auch ziemlich cool finde ich das Feature mit den Notizen und dem Präsentationsmodus wo man die Notizen parallel auf einem anderen Bildschirm anzeigen lassen kann. Alternativen sind Powerpoint, Libre Office oder Keynote für Mac. Ich hab erstmal die Minimalversion gemacht mit Google und bin mittlerweile aber auf Videoscribe umgestiegen. Das wirkt persönlicher und das Feedback war bisher auch positiv. Damit kannst du sehr einfach und bequem Video Animationen und Whiteboard-Videos erstellen. Das Programm hat leider einige Fehler die manchmal nerven, aber das Bedienkonzept ist genial einfach. Auch ohne Vorwissen konnte ich so innerhalb weniger Stunden meine ersten Animationen und Videos erstellen. Bisschen störend ist, dass das rendern von Videos so lange dauert, ich wähle hier immer HD-Videos 720p MP4 Format zum Export. Und warte schon manchmal 30 Minuten oder mehr für ein 10 Minuten Video auf einem aktuellen Core i5 Prozessor mit 16GB RAM und schneller SSD-Festplatte.

Die Audio Aufnahmen – das richtige Mikrofon

Meine ersten Experimente wollte ich so günstig wie möglich starten. Also kaufte ich einfach das günstigste Mikrofon, das recht gute Bewertungen hatte und mobil war, es wurde das Samson Go Mic . Hier habe ich mich einfach auf die guten Amazon Bewertungen verlassen und bin bisher auch sehr zufrieden. Anstecken und fertig. Gute Alternativen sind von Rhode oder das Samson Meteor .
Ich denke, dass alle ausreichend sind für erste Erfahrungen, auch wenn man noch deutlich mehr ausgeben kann. Beim Samson Go Mic kann man zwischen omnidirektionaler Richtcharakteristik und frontaler Aufnahme umschalten. Also wenn man einen ganzen Raum aufnehmen will oder aber nur direkt von vorne in das Mikrofon spricht. Insgesamt bin ich sehr zufrieden, vor allem da es auch sehr kompakt ist und ich vorhabe, damit auch viel Unterwegs zu sein.

Die Sprachqualität der Audioaufnahmen verbessern

Der erste Tipp hier ist ein Pop-Schutz. Hier habe ich wieder das günstigste Modell mit den besten Bewertungen gewählt . Ein Pop-Schutz verbessert die Sprachqualität, denn wenn wir bestimmte Wörter aussprechen wie „Pop-Schutz“, sorgen diese P-Laute für einen Luftstrom bei der Aussprache, welcher später auf der Aufnahme zu hören ist. Durch den Pop-Schutz wird dieser Luftstrom der Aussprache gefiltert und ist später nicht zu hören. Man kann sich übrigens auch einen Pop-Schutz einfach selber bauen aus einem Kleiderbügel und einer Strumpfhose.
Dann kannst du sowohl bei Audacity als auch bei Camtasia den Geräusch-Filter aktivieren. Dieser entfernt das leise Hintergrundrauschen der Aufnahme.

Die Stimme und Aussprache

Dieses euphorische überbetonte Aussprechen wie es viele Leute im Online-Marketing oder auch im Trading Bereich machen ist einfach nicht meine Art. Und wenn ich sowas zu lange höre, nervt es mich meist auch, weil ich das Gefühl habe dort will mir jemand zwanghaft irgendwas aufdrücken. Noch nerviger finde ich diese Radio-Stimmen, wo jemand wirklich ohne Pausen extrem schnell alles runtererzählt. Aber das ist wohl persönliche Geschmackssache. Also habe ich mich dazu entschieden einfach so normal wie möglich zu sprechen, als ob jemand neben mir sitzen würde, dem ich das erkläre. Ich glaube, man sollte sich hier einfach nicht zu sehr verstellen.
Eine Sache die mir aufgefallen ist: Wenn ich im Stehen Spreche, klingt die Stimme besser und ich habe auch angefangen, meine Worte mit entsprechenden Gesten zu begleiten, einfach weil das mir bei der Betonung ein wenig hilft. Um da die richtige Höhe für mein Mikrofon zu haben, habe ich einfach wie auf dem Bild zu sehen einen zusätzlichen Lacktisch von Ikea auf meinen normalen Schreibtisch gestellt, ein Steharbeitsplatz für 5 Euro. Um dann das Mikrofon noch etwas zu erhöhen, habe ich einfach den Amazon Basics Tablet Ständer genommen, der grad noch rumlag und dort mein Mikrofon leicht erhöht angebracht. Das Samson Go Mic hat hier einen praktisch Clip, mit dem das Befestigen überall möglich ist. Den Pop-Schutz habe ich dann ca 15cm vor dem Mikrofon platziert, so das ich frontal in den Pop-Schutz spreche, hinter dem das Mikrofon steht.
Um die Aussprache zu verbessern, gibt es verschiedene Tipps, daran arbeite ich jedoch selber noch. Von der Übung wo du einen Korken in den Mund nimmst, um deutlicher zu sprechen, über die Stimme senken am Satzende, bis hin zu richtiger Atmung und gezielter Pausensetzung, gibt es da einiges zu beachten. Ein großartiger Tipp ist das Hörbuch von Isabel Garcia „Ich Rede“ , dort kannst du dich über all diese Dinge informieren. Und die zweite Ressource ist Michael Rossier, guck dir mal seine YouTube Videos an, großartiger Typ. ( https://www.youtube.com/watch?v=IHFhD2c665s )

Die Inhalte aufnehmen – Screenrecording Programme

Zur Aufnahme testete ich zuerst verschiedene kostenlose Screenrecorder Programme, in Kombination mit Audacity für die Audio Aufnahmen. Audacity finde ich für Audio Aufnahmen immer noch großartig, aber insgesamt war mir diese Kombination dann doch zu umständlich. Das Schneiden der Videos und die Synchronisation kostet viele Stunden Arbeit. Also entschied ich mich für Camtasia, das gibt es für Windows und Mac und kann praktisch alles was man zur Video Bearbeitung benötigt.
Der Wechsel hat sich trotz der etwas höheren Anschaffungskosten für mich sehr gelohnt, da es einfach so viel Zeit spart. Camtasia kann praktisch alles, was ich bisher brauchte, man kann Zoom-Effekte, Informationen rauspixeln, Übergangseffekte, Audioqualität verbessern, Webcam/Audio aufnehmen, Greenscreen Effekte, einfach per Drag und Drop Videos schneiden, Highlights setzen wie einen gelben Kreis um den Mauszeiger und vieles mehr. Und das bei einer sehr einfach zu bedienenden Benutzeroberfläche. Merkel würde wohl ganz klar alternativlos sagen. Auch die Audioaufnahmen mache ich mittlerweile nur noch mit Camtasia, weil es einfacher ist.

Der Aufnahmeprozess

Hier habe ich auch wieder vieles ausprobiert und so richtig zufrieden bin ich immer noch nicht. Derzeit mache ich es so, dass ich zunächst die Folien oder das Videoscribe Video erstelle. Dann mache ich eine Art Storyboard dazu, also ich schreibe mir zu jeder Folie auf, was ich dazu sagen will. Dies mache ich meist in Stichpunkten, damit es nicht ganz so abgelesen klingt. Wenn man dann den Inhalt vorher ein paar mal übt, klappt es während der Aufnahme dann nachher auch ganz ohne Notizen. Ein anderer interessanter Ansatz ist die Sterntechnik, wo du nur eine Art Stern mit dem Thema in der Mitte zeichnest und allen Begriffen die du erwähnen willst außenrum. Dann gehst du mit freien Worten einfach alle Begriffe durch. Was da am besten funktioniert, hängt aber stark vom Inhalt ab.
Ich starte dann zur Aufnahme Camtasia Screenrecording und klicke mich durch die Folien/bzw. spiele das Videoscribe Video mit dem kostenlosen VLC Player ab. Mit Camtasia nehme ich den kompletten Bildschirm auf und das Mikrofon dazu. Camtasia kann auch die Greenscreen Effekte und Webcam aufzeichnen, aber das ergänze ich dann, wenn ich das getestet habe. Dies mache ich auf meinem Aufnahmenotebook, welches wie auf dem Bild zu sehen direkt auf meinem Stehtisch platziert ist.
Auf einem großen Bildschirm an der Wand habe ich dann meine Notizen dazu parallel geöffnet, was ich sagen will. Dann spreche ich zunächst alles ein, wenn mir dabei ein Fehler unterläuft in der Aussprache oder Ähnliches, dann mache ich einfach eine kurze Pause und wiederhole solange bis ich zufrieden bin. Diese Stellen schneide ich später dann raus. Damit ich die Stellen an denen ich später schneiden muss, schneller wiederfinde, mache ich dann meist noch ein recht hohes oder lautes Geräusch an den späteren Schnittstellen. So finde ich die Stellen nachher in Camtasia schneller wieder, da auf der Audiospur ein deutlicher Ausschlag erkennbar ist.

Die Video-Bearbeitung mit Camtasia

Die Nachbearbeitung kostet mich immer noch recht viel Zeit. Für ein 15 minütiges Video benötige ich ca. 1-2 Stunden, bis Bild/Ton synchron ist und mir alles gefällt. Aber mit jedem Video geht das schneller. Insgesamt ist das mit Camtasia aber sehr angenehm. Als Erstes trenne ich immer die Audio- und die Videospur. Mit Camtasia kannst du die Spuren dann einzeln bearbeiten, also das Husten rausschneiden aber das Video dazu weiter laufen lassen. Um Audio und Video zu Synchronisieren kannst du mit Camtasia einfach ein Video schneller oder langsamer laufen lassen oder aber auch einfach einen Rechtsklick auf die Videospur machen und die Frame verlängern Option wählen. Das Rausschneiden von Fehlern ist auch sehr einfach, dazu nur die Stellen in der Spur markieren und entfernen drücken. Überhaupt hat man das Gefühl das Camtasia stabil und sehr zuverlässig ist. Mir ist noch kein Fehler untergekommen, ganz anders als diese ganzen Cloud Start-up Programme und Betas.
Unter Audio Effekten kannst du dann noch das Rauschen entfernen und unter Video Effekte kannst du Highlights und Callouts setzen. Also wenn du den Mauszeiger hervorheben willst, oder zoomen und andere Effekte benötigst. Ich würde mit diesen immer sparsam umgehen, aber gezielt eingesetzt, wirkt das Video dadurch professioneller.
Am Ende gehe ich dann in Camtasia einfach auf exportieren, als MP4 in HD 720p Qualität. Camtasia kann auch direkt auf YouTube hochladen oder eine HTML Datei mit Player erstellen für die eigene Webseite. Aber ich fand den direkten Upload bisher am einfachsten.

Intro und Outro für die Videos ergänzen

Als letzten Schritt bei einem neuen Video ergänze ich dann noch das Intro und das Outro. Hier habe ich erstmal wieder nur eine Minimalversion gemacht. Camtasia und auch Videoscribe kommen mit fertigen Sounds, aber ich habe mich für einen CC Song entschieden von http://ccmixter.org/ . Wenn du den Namen des Künstlers nennst, kannst du die Musik kostenlos verwenden. Camtasia kann hier auch wieder mit nützlichen Audio-Effekten dienen wie Lauter/Leiser werden und dem Ausblenden der Musik. Als Video für das Intro habe ich erstmal nur eine Google Slide Folie genommen, die ich mit der Musik unterlegt habe. Dieses Video habe ich einmal als MP4 mit Camtasia gerendert und füge ich dann einfach immer vor jedem Video an. Hier ein Tipp, wenn du viel geschnitten hast, du kannst bei Camtasia alle Elemente markieren und Gruppieren und dann auf dem Zeitstrahl einfach nach rechts verschieben, um das Intro davor zu setzen. Analog dazu füge ich am Ende dann wieder das Outro an.
Im Outro ist es gut, nochmal kurz bisschen Werbung für dich zu machen, Webseite nennen, YouTube Kanal nennen oder Kontaktinfos.

Fazit

Insgesamt ist es doch recht zeitaufwendig solche Videos zu erstellen, für so ein 10 Minuten Video sitze ich derzeit ca 4-5 Stunden mit Inhalt vorbereiten und Video erstellen. Aber wenn man die dann hinterher auf YouTube sieht, ist das schon ein tolles Gefühl. Und dieses multimediale mit bewegten Bildern und so, ist schon nochmal eine Ecke spannender als immer nur Texte in einem Blog zu schreiben. Auf jeden Fall ein spannendes Medium, welches ich auch in Zukunft weiter verfolgen werde.
Das Ergebnis meiner bisherigen Anstrengungen findest du dann auf YouTube auf dem Kanal Daytradingkurs.