Wer hin und wieder mal die eigenen vier Wände verlässt und auch unterwegs arbeiten möchte kennt sicher das Problem, dass die Arbeit am Notebook weitaus weniger produktiv ist als am heimischen Computer. Multimonitor Setup, ordentliche Maus/Tastatur, vernünftige Sitzposition usw. darum gehts heute.

Mobiles Notebook für Reisen: Dell XPS 13

Hier verwende ich derzeit das Dell XPS 13″. Hauptvorteile sind die extrem lange Akkulaufzeit von 14-15h bei mobiler Standardnutzung, das Infinity Display ( ihr bekommt ein 13″ Bildschirm in einem 11″ Gehäuse, das auch noch toll aussieht) und die kompakten Maße/Gewicht. Die Tastatur ist ok und für normale Anwender funktioniert auch alles. Für Linux Nutzer (obwohl das Gerät mit Linux verkauft wird) gab es gelegentlich kleinere Probleme. Es kamen bereits ein paar BIOS Updates bis alles funktionierte, Trackpad und Leertaste machen Probleme und der verbaute WLAN Chip ist ungünstig gewählt, da keine Open Source Treiber verfügbar sind. Aber alle Funktionen sind nutzbar. Wer Alternativen sucht kann sich mal Lenovo mit der Yoga Reihe oder der X/T Reihe umsehen. Zwar auch nicht mehr die alte Thinkpad Qualität aber wohl immernoch das beste was man kaufen kann.

Mobiler zweiter Bildschirm: Packed Pixels

Das neue Highlight meines mobilen Arbeitsplatzes ist der zweite Bildschirm, jetzt bin ich trotz ausgedehnten YouTube/Netflix Sessions auf dem zweiten Monitor wenigstens produktiv ;). Lange Zeit habe ich auf Slide n Joy gewartet, aber die Hoffnung habe ich mittlerweile aufgegeben. Ein anderes erfolgreicheres jedoch kaum bekanntes Kickstarter Projekt war Packed Pixels, diese kleinen Monitore sind einfach genial und Preis-Leistung perfekt. Für unter 200 Euro inklusive Versand aus England erhaltet ihr ein externes 9.7″ Display mit einer Auflösung von 2048 x 1536 das perfekt funktioniert, unter 400g wiegt und super aussieht. Angeschlossen wird das Packed Pixels Display über Minidisplayport oder Thunderbolt (HDMI mit Adapter geht nicht, da die Auflösung zu hoch ist!). Strom erhält das Gerät über micro USB, alle notwendigen Kabel liegen bei. Einfach anschließen und loslegen. Da das Gerät keine eigene Grafikeinheit hat, kann es unter allen Betriebssystemen direkt als Monitor konfiguriert werden, benötigt keine Treiber und hat auch praktisch keine Latenz und eignet sich auch für Filme/Spiele. Im reinen mobilen Betrieb verringert das Display die Akkulaufzeit des Notebooks jedoch deutlich um fast 50%. Trotzdem gerade für Programmierer ist ein zweiter Bildschirm unterwegs Gold wert und macht euch mindestens 50% produktiver ;).

Laptop Stand: Nexstand K2

Der Nexstand K2 ist stabil, eignet sich für alle gängigen Notebook-Größen und passt trotzdem bequem in einen Rucksack. Optimal aus Ergonomie Gesichtspunkten sitzt ihr, wenn der obere Bildschirmrand bei gerader Sitzposition auf Augenhöhe ist. Das ist gerade bei Notebooks nur schwer möglich, aber mit Hilfe eines Lapttop-Standes klappts. Bei längerem arbeiten ist mir so aufgefallen, dass ich deutlich produktiver bin und nicht so schnell ermüde. Der Nexstand K2 ist dabei lediglich eine günstigere und in Deutschland verfügbare Variante des bekannteren Roost Laptop Standes. Gleiches Prinzip und halber Preis.

Bluetooth Maus und Mauspad

Damit ich beim Drag and Drop aus jeder Entfernung zuverlässig den Papierkorb treffe muss natürlich eine externe Maus her. Als Bluetooth Maus verwende ich die Logitech m510, hier bietet Logitech zu einem angemessenen Preis zurzeit viele gute Mäuse. Während man früher immer Angst haben musste das der Akku im ungünstigen Moment leer ist, gibt Logitech eine Akkulaufzeit von ca. 3 Jahren an für die Mäuse.  Normale R6 Batterien tun es aber auch und können leicht ersetzt werden. Also kein Grund mehr sich mit unnötigen Kabeln zu ärgern. Für größere Hände und Leute die eine Full Size Maus bevorzugen ist die 510 perfekt, ansonsten einfach mal mehrere ausprobieren. Auf jeden Fall um ein vielfaches produktiver als Touchpads die für Textbearbeitung meiner Meinung nach kaum zu gebrauchen sind. Falls ihr mal auf einer Oberfläche arbeiten müsst, wo die Maus nicht funktioniert, bietet sich ein mobiles Mauspad an z.B. das Keto von Sharkoon. Das könnt ihr einfach ins Notebook mit einklappen oder zusammenfalten und funktioniert wie es soll.

Mobile Bluetooth Tastatur fürs Notebook

Als Tastatur verwende ich die Thinkpad Tastatur von Lenovo, inklusive meinem geliebten Trackpoint. Wer die Thinkpad Tastaturen kennt und mag, ist hier genau richtig. Vor allem wer sich mal in die Trackpoint Bedienung eingearbeitet hat, wird diese Tastatur lieben. Bequemes 10-Finger schreiben, lange Akkulaufzeit, aufladen einfach über micro USB und gutes Standard Tasten Layout. Einziger Nachteil ist die Anordnung der FN Taste, da die Strg Taste so nicht am gewohnte Platz sitzt. Dies kann man aber manuell im Betriebsystem neu belegen. Wer noch nie eine Thinkpad Tastatur hatte und nur Apple oder andere moderne Chiclet Tastaturen kennt, sollte das unbedingt mal ausprobieren. Hier liegen Welten dazwischen in der Schreibqualität. Gute Alternativen sind die Logitech Keyboards wie das Illuminated oder die Varianten ab k380 (auf keinen Fall k360 – das ist qualitativ eine ganz andere Liga). Diese haben vor allem eine praktische Multigeräte Unterstützung, ihr könnt also einfach per Knopfdruch zwischen Handy, Tablet und PC wechseln und überall vernünftig schreiben. In hitzigen WhatsApp Diskussionen bin ich mit der Bluetooth Tastatur ein würdiger Gegner 😉

Mobiler Sound: ANR-Kopfhörer

Sound oder manchmal auch Ruhe beim Arbeiten sind für mich wichtig. Das Referenz Modell für Kopfhörer die auch für Ruhe sorgen sind die Bose Quiet Comfort 35 oder alternativ die Quiet Comfort 20 oder deutlich günstiger die Variante von Taotronics. Das sind alles sogenannte Noise Cancelling Kopfhörer, diese haben ein Mikrofon welches die Umgebungsgeräusche aufnimmt und diese ausblendet indem eine Art Gegenschall gesendet wird. Das Ganze funktioniert erstaunlich gut auch bei den deutlich günstigeren Taotronics Modellen. Straßenlärm, Flugzeuglärm, nervige Rasenmäher oder Hintergrundgemurmel von anderen Mitarbeitern werden ausgeblendet oder zumindestens deutlich gedämpft. Falls ich meine Sitznachbarn mithören lassen will habe ich noch den Loewe Speker2go, für Reisen ist er mir meist zu schwer und lohnt sich nur wenn ich länger an einem Ort bin, aber ansonsten großartiger Sound und tolle Optik.

Tablet als mobilen Monitor oder eigenes Gerät

Falls ich mich dem Daytrading widme nehme ich hin und wieder noch das Tablet als dritten Monitor hinzu für Chartanzeigen oder Newsfeeds. Mit iDisplay kann man so einfach den normalen Bildschirm erweitern, oder aber ich nutze das Tablet einfach als eigenständiges Gerät mit meiner Handelssoftware installiert.

Schluss

Das war es erstmal, ich würde mich über Feedback freuen und  Erfahrungsberichte, wir ihr am besten mobil arbeitet. Welche Gadgets fehlen, wie transportiert man die am besten usw. einzige Bedingung alles muss in einen normalen 24L Rucksack passen. Der Artikel wird dann entsprechend von mir ergänzt. Viel Erfolg beim mobilen Arbeiten 🙂